Tuamotus Kokosnüsse und Haifischflossen

Ein Feuertanz mit Freunden, die "Wall of Sharks", wertvolle Momentente en famille und eine wichtige Erkenntnis.

Land

Französisch Polynesien

Datum

Mittwoch, 12. November 2025

Geo

Latitude 16.08902° S
Longitude 145.62707° W

Unsere Reise führt uns Anfang September in unser zweites Archipel französisch Polynesiens: die Tuamotus, auch bekannt als das Korallenarchipel. Es besteht aus etwa 75 Atollen, was es zur grössten, zusammenhängenden Atollgruppe der Erde macht. Bis Anfang November wollen wir diese Gegend, die sich über 1'500 km erstreckt, erkunden. Dabei werden uns etappenweise Freunde und Familie begleiten - auf geht's ins Abenteuer!

Ein Atoll ist im Grunde ein ringförmiges Korallenriff mit einer flachen Lagune in der Mitte. Die Entstehung läuft in mehreren Phasen ab: Im pazifischen Ozean gibt es mehrere, teilweise immer noch aktive "Hot Spots" - Bereiche der Erdkruste aus denen heisse Magma austritt und Vulkanische Iseln bildet. Durch die Verschiebung der Pazifischen Platte über viele Jahre sind so die typischen Inselgruppen französisch Polynesiens entstanden, die sich einzeln von Ost nach Nordwest erstrecken.

Die Entstehung eines Atolls passiert in mehrere Phasen: Eine Vulkaninsel entsteht durch Aktivität im Erdkern. Um die Insel herum bilden sich Korallen, ein sogenanntes Saumriff. Über sehr sehr lange Zeit sinkt die Vulkaninsel langsam ab, die Korallen wachsen allerdings weiter der Sonne entgegen zur Oberfläche. Irgendwann verschwindet die Insel ganz unter dem Meeresspiegel und was übrigbleibt ist ein ringförmiges Barriereriff mit einer Lagune in der Mitte, ein sogenanntes "Atoll".

Manche dieser Atolle haben teilweise natürliche, teilweise menschengemachte Öffnungen in ihren Barriereriffen, die einen Zugang zu den Lagunen ermöglichen. So eine Öffnung nennt man "Pass". Durch die Effekte der Gezeiten entstehen in diesen Pässen abhängig von u.A. deren Topographie aber auch den aktuellen, meteorologischen Bedingungen starke Strömungen. Das kann man sich vorstellen wie einen Stausee (die Lagune) bei dem man eine Schleuse öffnet (der Pass) und das Wasser dann regelrecht rausströmt, ein Ebbe-Szenario. Bei Flut wirkt der Strom umgekehrt, die Lagune wird vom Ozean "aufgefüllt". Will man in ein Atoll rein- oder aus dem Atoll rausfahren, versucht man also den Zeitpunkt zu treffen, an dem die Gezeiten sich ablösen, weil dann die Strömung am geringsten ist. Diesen Zeitpunkt nennen wir "Slack-Time", oder kurz "Slack". Das bringt einen ganz neuen Aspekt in die Routenplanung mit ein, denn nun müssen wir unsere Passagen zwischen Atollen nach den Gezeiten richten.

Eine interessante Perspektive ist auch, dass im Grunde alle Inseln französisch Polynesiens irgendwann Atolle werden. Die Tuamotus sind daher einfach viiiiiiiele Jahre älter als die anderen Archipele. Genau diese Entwicklung ist in den zwei folgenden Bildern dargestellt: Mehetia, die jüngste, gegenüber Motu One (übersetzt "Insel eins"), die älteste Insel der Gruppe der Gesellschaftsinseln.

Entwicklung einer Vulkaninsel zum Atoll über Zeit.
Entwicklung einer Vulkaninsel zum Atoll über Zeit.
Verteilung der Inselgruppen auf der Ost-Nordwest Achse
Verteilung der Inselgruppen auf der Ost-Nordwest Achse

Land in Sicht!

Oder so ähnlich. Denn viel Land ist es nicht. Eher so ein diffuser Streifen am Horizont, der sich kaum vom Meeresspiegel erhebt. Mir wird schnell klar, weshalb diese Gegend für die alten Seefahrer des 18. Jahrhunderts so gefährlich war: sollte der Matrose im Ausguck einschlafen, kann man hier schnell auf Grund laufen... Wir haben es da schon wesentlich einfacher, mit unseren elektronischen Seekarten und unserer dank GPS stets sichtbaren Position. Überhaupt ist die Seefahrt im Vergleich zu früher fast ein Spaziergang geworden. Natürlich sind die Wellen immer noch manchmal hoch und der Wind manchmal schwierig, jedoch wissen wir immer wo wir sind, können das Wetter viel besser monitoren und auch mitten auf dem Ozean dank Satelliteninternet tägliche Updates herunterladen. Früher haben die Seeleute den Kopf aus der Luke gestreckt und gesagt: "Heute ist's schön, wir stechen in See!". Ein Mal auf See, gab es dann kein Zurück mehr - es kam, wie es kam. Und war der Himmel ein paar Tage bedeckt, war auch ein Sextant nicht mehr so hilfreich. Dumm gelaufen.

Unsere Überfahrt von den nördlich liegenden Marquesas runter in die Tuamotus ist, genau wie die Wettervorhersage prophezeit hat, stabil und zügig. Bei Anbruch des vierten Tages erblicken wir die Umrisse unseres ersten Atolls, "Raroia". Ich bin aufgeregt. Nicht nur darüber, endlich die bilderbuchartigen, weissen Palmenstrände und Korallenriffe zu sehen, sondern auch angesichts unserer ersten Einfahrt durch einen Pass. Das ganze Gerede von Strömungen, stehenden Wellen (wenn Wind gegen Strömung trifft) und Manövrierunfähigkeit bei zu wenig Fahrtgeschwindigkeit, weckt in meiner Bauchgegend ein ganz schön mulmiges Gefühl. Thierry, der vor sechs Jahren schon mal hier war, kann sich wenigstens was darunter vorstellen. Ich, wie so oft auf unserer Reise, mache diese Erfahrung zum ersten Mal. Zum Glück kann ich aber auch dieses Mal, wie so oft 😉, auf meinen Captain vertrauen und so nähern wir uns nach Sonnenaufgang dem Pass von Raroia.

Die Einfahrt verläuft richtig schön unspektakulär: Unser Timing scheint perfekt zu sein, wir sehen keine Schaumkronen und ein sanfter Knoten Strömung schiebt uns angenehm ins innere der Lagune. "War ja voll leicht", denken wir, vermuten aber beide, dass das wohl nicht immer so sein wird. Spoiler alert: Wird es auch nicht 😂

Anfahrt auf den Pass in Raroia.
Anfahrt auf den Pass in Raroia.
Wiedervereint mit Freunden aus den Marquesas.
Wiedervereint mit Freunden aus den Marquesas.
Die Lagune ist der perfekte Kitespot!
Die Lagune ist der perfekte Kitespot!
Ein wahrhaftiges Paradies.
Ein wahrhaftiges Paradies.
Thierry macht riesen Fortschritte mit dem Wingfoil.
Thierry macht riesen Fortschritte mit dem Wingfoil.
Ein Sundowner am Strand mit anderen Seglern.
Ein Sundowner am Strand mit anderen Seglern.
Wir machen Feuer und grillen die Reste unseres selbstgefangenen Fischs.
Wir machen Feuer und grillen die Reste unseres selbstgefangenen Fischs.
Jep, auch schlechtes Wetter gibt es bei uns.
Jep, auch schlechtes Wetter gibt es bei uns.
Thierry geniesst diesen wundervollen Ort zum Kiten.
Thierry geniesst diesen wundervollen Ort zum Kiten.
Der Ozean auf der einen, die Lagune auf der anderen Seite des Riffs.
Der Ozean auf der einen, die Lagune auf der anderen Seite des Riffs.
Wir besuchen eine Perlfarm, aber davon erfahrt ihr zu gegebener Zeit mehr.
Wir besuchen eine Perlfarm, aber davon erfahrt ihr zu gegebener Zeit mehr.
Im einzigen Dorf des Atolls können wir ein bisschen Gemüse kaufen.
Im einzigen Dorf des Atolls können wir ein bisschen Gemüse kaufen.
Frangipani - eine wunderbare Blüte.
Frangipani - eine wunderbare Blüte.

Raroia stellt sich als optimale Wahl für unsere ersten Atoll-Erfahrungen heraus. Das Wasser ist wunderbar türkis, die Ankerplätze durch den Schutz des Barriereriffs herrlich ruhig. Besonders Letzteres ist nach fast drei Monaten in den teils komplett ungeschützten Buchten der Marquesas eine richtige Wohltat. Der konstante Passatwind lädt zu Windsport ein - Kite und Wingfoil sind quasi im Dauereinsatz. Dazu kommen BBQ's am Strand mit selbst gefangenem Thunfisch - all dies in bester Gesellschaft unserer deutschen und dänischen Freunde, die wir bereits aus den Marquesas kennen.

Im Kon-Tiki Fieber

Blockquote Splash Background

Bereits in den Marquesas habe ich euch von Thor Heyerdahl erzählt. Der norwegische Zoologe und Wissenschaftler hat viele Jahre damit verbracht, die Besiedlung des polynesischen Dreiecks zu studieren. Das Resultat daraus sind unzählige Bücher, das wahrscheinlich bekannteste darunter heisst «Kon-Tiki».

Während seiner Zeit in Fatu Hiva in den 40er Jahren, ist Thor mehr und mehr dem Lösen des Mysteriums um die Besiedlung des polynesischen Dreiecks verfallen. Die Wissenschaft heute sagt, dass basierend auf DNA-Untersuchungen die Ursprünge der polynesischen Ureinwohner auf dem asiatischen Kontinent liegen. Das heisst, diese Leute sind damals mit ihren einfachen und kleinen Booten tausende von Meilen gegen die vorherrschende Wind- & Strömungsrichtung gereist, bis sie schliesslich das Gebiet zwischen Hawaii, Rapa Nui (Oster Insel) und Neuseeland besiedelt hatten.

Thor allerdings hat, unter anderem durch seine Erfahrungen im Dschungel der Marquesas, einer anderen Legende Glauben geschenkt: Die Legende besagt, dass Tiki, das erste Wesen in den Marquesas und quasi eine Gott-Figur für die heutigen Bewohner, von Osten her kam, wie die Sonne.

Interessanterweise gibt es in Südamerika, genauer gesagt in Peru, das passende Gegenstück des Puzzles: Dort lautet eine Legende (eigentlich sind es mehrere, über den ganzen Kontinent verteilt, aber das ist ein anderes Thema), dass der Sonnengott «Viracocha», der die Menschen gerettet und gelehrt hat, eines Tages auf einem Floss Richtung Westen verschwunden sei und nie wieder gesehen wurde. Viracocha hatte viele Namen, und einer davon, wie kann es anders sein, lautet «Kon Tiki».

Die Wissenschaft tut solche Legenden gerne als «Humbug» ab. Sie behauptet, es sei unmöglich für die Südamerikaner gewesen, das polynesische Dreieck zu erreichen. Die Peruaner waren keine Seefahrer, hatten im Gegensatz zu ihren indonesischen Mitstreitern keine richtigen Boote sondern Flösse und auch nicht den Wissensschatz vergangener Generationen, die zur See fuhren. Thor Heyerdahl entschied, am eigenen Leib den Beweis zu erbringen, dass es durchaus möglich gewesen wäre, eine Seereise mit Wind und Strömung von Peru nach französisch Polynesien zu unternehmen. Er hat ein Floss gebaut, entsprechend der Bauweise der alten Peruaner und ausschliesslich mit Materialien, die es damals schon gab. Kein Stahlseil wurde verwendet, kein Nagel in die Balsaholzstämme getrieben. Mit einer Besatzung von vier Mann und einem Papageien verliess er am 28. April 1947 die Küste Perus und zum Erstaunen vieler erreichte die Kon-Tiki 101 Tage später französisch Polynesien, die Männer wohlauf, nur leider ohne Papagei.

Auf YouTube gibt es Ausschnitte originaler Bildaufzeichnungen der Kon-Tiki Expedition, mit Narrativ von Thor Heyerdahl selber, in Englischer Sprache – absolut sehenswert!

Kon Tiki: The Epic Raft Journey Across the Pacific | Full Documentary

Warum ich euch das erzähle? Nun ja, zufälligerweise ist das Kon-Tiki Floss nirgends anders aufgelaufen als am Raroia-Riff. Zu Ehren Thor Heyerdahls und seiner Besatzung steht hier sogar noch ein kleiner Schrein, bewacht von unzähligen Vögeln, auf einem kleinen «Motu» (polynesisch für «Insel», typischerweise verwendet für kleinere Inselchen entlang des Riffs).

Das Denkmahl der Kon-Tiki Expedition.
Das Denkmahl der Kon-Tiki Expedition.
Wir freuen uns, hier zu sein.
Wir freuen uns, hier zu sein.
Ausser Vögel gibt es hier nicht viel.
Ausser Vögel gibt es hier nicht viel.
Gute Nacht Raroia, du bist wundervoll.
Gute Nacht Raroia, du bist wundervoll.

So verabschieden wir uns nach drei Wochen von Raroia und segeln nach Kauehi. Etwa 30h dauert die Fahrt von Atoll zu Atoll, anfangs mit weniger Wind als erwartet, somit schaffen wir unsere Ziel-Geschwindigkeit nicht. Warum das wichtig ist? Slack-Time Freunde, ihr erinnert euch. Wir haben ein Rendez-Vous mit dem Pass in Kauehi und wir sind spät dran. Als wir dort ankommen ist es bereits Vormittag, der Wind ist inzwischen merklich stärker geworden und pustet mit 18kn aus Ost. Nach unseren Berechnungen ist es schon deutlich nach Ebbe, das heisst, die Strömung fliesst nun in die Lagune hinein, von West nach Ost. Es steht also Wind gegen Strömung.

Von weitem sehen wir schon ein anderes Boot, das vor dem Pass scheinbar ankert. Was die da wohl tun? "Vielleicht sind sie am Tauchen", sage ich, und das kann auch gut sein, denn wir sehen Tauchflaschen und Anzüge am Heck des Bootes. Wir schauen den Pass an. "Ein paar Schaumkronen sehe ich schon", sage ich, mit Fernglas in der Hand, zu Thierry. "Sieht aber machbar aus, was meinst du?" "Lass uns mal hinfahren und schauen", ist Thierrys Antwort. Als wir uns nähern, sehen wir deutlich die Wellen im Pass. Sie sehen aber nicht sehr gross aus. "Ich glaube das geht schon, die Strömung wird uns ja reinschieben", sage ich, und Thierry ist gleicher Meinung. Also let's go, rein in den Pass. Je näher wir kommen desto grösser sehen die Wellen aus, und wir merken, das war ein Fehlentscheid. Und schon verschwindet unser Bug unter der Oberfläche, Wasser spritzt übers Deck, und die Wellen schubsen uns herum. "Das ist nicht guuuuuuut", höre ich Thierry rufen, und sehe ihn den Gashebel des Motors mit Vollschub nach vorne legen.

Wir sind reingekommen, es ist nichts passiert, ausser das wir nass geworden sind. Aber wir haben uns dabei gehörig in die Hose gemacht, das ist sicher 😂 Nun denn, möge unser Erfahrungsschatz beim Anblick eines jeden Passes wachsen...

Besuch ist da!

Schon seit Beginn unserer Reise haben Thierry und ich Freude daran, unser Leben mit anderen Menschen zu Teilen. Je weiter wir uns von Europa entfernt haben, desto weniger Leute besuchen uns auf der Cervino – ist ja auch logisch, mittlerweile sind wir fast auf der gegenüberliegenden Seite des Erdballs… Umso mehr freuen wir uns dann, wenn doch wieder Mal jemand vorbei kommt. Besonders hier, an so abgelegenen und einzigartigen Orten, ist es uns ein Vergnügen, unsere Freunde in unser Leben eintauchen zu lassen.

Apropos eintauchen, hab ich schon erwähnt, dass es viel zu viele Haie hat?? Also wenn die vom Aussterben bedroht sein sollen, dann weiss ich auch nicht…… (Spass bei Seite: Schützt die Haie!!). Ich muss gestehen, das hat mir echt Mühe bereitet am Anfang. Mittlerweile komme ich klar, sie sind halt einfach immer da, und ich musste mich entscheiden zwischen «klar kommen» oder «nicht mehr baden gehen». Die Entscheidung war schnell gefällt und geheilt bin ich wohl spätestens seit der «Wall of Sharks». Aber dazu kommen wir noch.

Zuerst dürfen wir Thierry's Sandkastenfreund Reto und seinen Kumpel Simon bei uns willkommen heissen, im kleinen Atoll «Kauehi» holen wir die beiden ab. Zwei Wochen verbringen sie bei uns und gemeinsam werden wir irgendwie den Weg nach Fakarava finden, genaue Route unbekannt. Highlight dabei ist natürlich des Captains runder Geburtstag, der mit Kokoskrabbe, Lagerfeuer am Strand und einem ordentlichen Feuertanz gefeiert wurde. Wie tief die Verbindung zwischen Reto und seinem an diesem Abend neu gewonnenen Holzfreund wirklich ist, konnte damals noch keiner von uns wissen… Wo sind eigentlich die Frauen auf diesem Boot? Ach stimmt, ich bin alleine... 😂 Unsere Tage sind gefüllt mit schnorcheln, tauchen, epischen Kite-Tagen, Foilen hinterm Dinghy, Kokosnussjagd, kochen und Gesellschaftsspielen. Der ein oder andere spätabendliche Drink mit schönen Gesprächen rundet die actionreichen Tage ab. Wie immer in guter Gesellschaft vergeht die Zeit viel zu schnell, was bleibt sind Erinnerungen, Sonnenbrände, und Fotos. Und natürlich - der Holzfreund 😉

Mit diesem schnuckeligen Flieger kommen Reto und Simu in Kauehi an.
Mit diesem schnuckeligen Flieger kommen Reto und Simu in Kauehi an.
Müde, aber happy!
Müde, aber happy!
Kauehi hat ein kleines Dorf mit Charme.
Kauehi hat ein kleines Dorf mit Charme.
Und schon steht Captain's Geburtstag vor der Tür.
Und schon steht Captain's Geburtstag vor der Tür.
Kokoskrabbe: lecker, aber ein ewiges Gepople.
Kokoskrabbe: lecker, aber ein ewiges Gepople.
Kein Feuer ist gross genug zu Ehren des Captain Thierry!
Kein Feuer ist gross genug zu Ehren des Captain Thierry!
Und ein Feuertanz darf nicht fehlen! Wo sind nur die Frauen hin..........
Und ein Feuertanz darf nicht fehlen! Wo sind nur die Frauen hin..........
Das Riff von Kauehi.
Das Riff von Kauehi.
Ein Spaziergang auf dem Aussenriff, das geht am besten bei Ebbe!
Ein Spaziergang auf dem Aussenriff, das geht am besten bei Ebbe!
Captain und Capitana.
Captain und Capitana.
Reto beim Auspressen geraspelter Kokosnuss. So stellt man selber Kokosmilch her, ein ganz schöner Krampf!
Reto beim Auspressen geraspelter Kokosnuss. So stellt man selber Kokosmilch her, ein ganz schöner Krampf!
Wir segeln zum nächsten Atoll: Toau.
Wir segeln zum nächsten Atoll: Toau.
Die Einfahrt durch den Pass ist etwas ruppig aber machbar, nachdem wir bereits 1h draussen gewartet haben. Wir haben aus dem Kauehi Vorfall gelernt...
Die Einfahrt durch den Pass ist etwas ruppig aber machbar, nachdem wir bereits 1h draussen gewartet haben. Wir haben aus dem Kauehi Vorfall gelernt...
Auf ins Unterwasserabenteuer!
Auf ins Unterwasserabenteuer!
Haie überalllllllll...... (Für nicht Taucher, Thierry macht das Zeichen für
Haie überalllllllll...... (Für nicht Taucher, Thierry macht das Zeichen für "Hai")
Wir lernen Flo und Charles kennen, ein nettes Paar das monatsweise in Toau lebt und Koprah macht.
Wir lernen Flo und Charles kennen, ein nettes Paar das monatsweise in Toau lebt und Koprah macht.
Koprah ist das Trocknen von Kokosnüssen zur Herstellung von Kokosöl. So sieht das bei Flo und Charles aus.
Koprah ist das Trocknen von Kokosnüssen zur Herstellung von Kokosöl. So sieht das bei Flo und Charles aus.
Die beiden nehmen die Jungs mit auf nächtliche Jagd am Aussenriff. Danach gibt es leckeren Fisch mit spezieller Thahitianischer Sauce.
Die beiden nehmen die Jungs mit auf nächtliche Jagd am Aussenriff. Danach gibt es leckeren Fisch mit spezieller Thahitianischer Sauce.
Good vibes only auf der Cervino!
Good vibes only auf der Cervino!
Reto und Simon im Kokosnussfieber.
Reto und Simon im Kokosnussfieber.
Der krönende Abschluss, wunderschöne Kite-Tage in Fakarava.
Der krönende Abschluss, wunderschöne Kite-Tage in Fakarava.

In Fakarava verabschieden wir unsere beiden Kumpels, doch unser trautes Heim ist schon bald wieder belebt! Thierrys Eltern, Peter und Christine, haben den weiten Weg auf sich genommen, um uns hier zu besuchen. Drei Wochen wollen wir gemeinsam auf der Cervino verbringen. Danach haben die beiden noch für drei weitere Wochen eine kleine Wohnung in Mo’orea, eine der Gesellschaftsinseln neben Tahiti, gemietet. Die Idee ist es, dass wir sie dort dann wieder treffen (sie fliegen, wir segeln), um dann noch ein Bisschen «Land-Zeit» miteinander zu verbringen.

Fakarava ist das wohl beliebteste Atoll der Tuamotus, es wird täglich von Tahiti angeflogen und bietet verhältnismässig komfortable Einkaufsmöglichkeiten: das Versorgungsschiff kommt ein Mal die Woche, nicht wie vergleichsweise in Kauehi ein Mal im Monat, oder in Toau gar nie. Ausserdem gehört das Atoll zum UNESCO-Biosphärenreservat, das Highlight dabei ist der Südpass. Durch seine Beschaffung und die Gezeiten ermöglicht er einen einzigartigen Lebensraum für eine Vielzahl an Meereslebewesen: Korallen, Fische, Rochen, Wale und natürlich: Haie. Nirgendwo auf der Welt gibt es einen Ort, an dem sich eine vergleichbare Anzahl grauer Riffhaie gleichzeitig aufhält. Man nennt dieses Spektakel die «Wall of Sharks», die zu Peak Zeiten bis zu 700 Individuen zählt. Ein Phänomen, das den Fakarava Südpass zu einem der beliebtesten Tauchplätze weltweit macht. Ein Paradies für Tauch- & Schnorchelabenteuer, und eine sehr effektive Therapie bei Angst vor Haien.

Die
Die "Wall of Sharks", sehr beeindruckend.
Im Pass herrscht immer Strömung, man muss sich also festhalten, wenn man kucken will.
Im Pass herrscht immer Strömung, man muss sich also festhalten, wenn man kucken will.
Haie..... Haie überall!
Haie..... Haie überall!
Auch die Korallen sind wunderschön.
Auch die Korallen sind wunderschön.
Unzählige Fische tummeln sich hier.
Unzählige Fische tummeln sich hier.
Kein Wunder ist das ein so beliebter Dive-Spot!
Kein Wunder ist das ein so beliebter Dive-Spot!

Die gemeinsame Zeit mit der Familie tut gut. Seit wir unterwegs sind, sehen wir unsere Liebsten zwar nicht oft, aber wenn, dann intensiv. Der Generationsunterschied versetzt uns in einen anderen Rhythmus, aber das stört uns nicht, denn wir haben Zeit. Wir leben nicht nach der Uhr, und wenn wir heute eine Stunde länger brauchen beim Frühstück, dann macht das gar nichts. Wann hast du zum letzten Mal Ferien mit deinen Freunden oder deiner Familie gemacht? Einander Zeit zu schenken ist oft wertvoller als materielle Dinge. So saugen wir jeden Moment ein, jeden Sonnenuntergang, jede Muschel am Strand und jede Palme, jeder Regentropfen, der schneller wieder weg ist, als wir die Luken schliessen können. Wir gehen schnorcheln, sogar tauchen (Bravo Christine!), wir grillieren am Strand und spazieren am Riff – drei Wochen voller wunderbarer Erlebnisse.

Bevor Thierrys Eltern ankommen, verbringen wir ein paar Tage in Hirifa, im Süden Fakaravas.
Bevor Thierrys Eltern ankommen, verbringen wir ein paar Tage in Hirifa, im Süden Fakaravas.
Bei einem BBQ lernen wir ein paar adere Segler kennen, darunter Theo mit seinen Onkeln Olivier & Dad aus Mo'orea. Wir nehmen die beiden mit von Hirifa zurück nach Rotoava.
Bei einem BBQ lernen wir ein paar adere Segler kennen, darunter Theo mit seinen Onkeln Olivier & Dad aus Mo'orea. Wir nehmen die beiden mit von Hirifa zurück nach Rotoava.
Ein schöner Segeltag mit Olivier und Dad in der Lagune Fakaravas. Es ist wie auf einem See, keine Welle die stört!
Ein schöner Segeltag mit Olivier und Dad in der Lagune Fakaravas. Es ist wie auf einem See, keine Welle die stört!
Wilkommen in Fakarava, Peter und Christine!
Wilkommen in Fakarava, Peter und Christine!
Auf dem Weg zum Flughafen, endlich mal wieder Velo fahren!
Auf dem Weg zum Flughafen, endlich mal wieder Velo fahren!
Hab ich schon erwähnt, Haie überall!
Hab ich schon erwähnt, Haie überall!
Ein Dinghy-Ausflug zu viert!
Ein Dinghy-Ausflug zu viert!
Viel schöner geht es kaum.
Viel schöner geht es kaum.
Wir schauen uns den Südpass von der Oberfläche an,
Wir schauen uns den Südpass von der Oberfläche an,
Ein mittelgrosser Schwarzspitz-Riffhai.
Ein mittelgrosser Schwarzspitz-Riffhai.
An diesen Ausblicken werde ich mich nie satt sehen.
An diesen Ausblicken werde ich mich nie satt sehen.
Auch die Unterwasserwelt ist faszinierend.
Auch die Unterwasserwelt ist faszinierend.
Spaziergänge und Muscheln sammeln am Aussenriff.
Spaziergänge und Muscheln sammeln am Aussenriff.
Einfach mal rumhängen tut Mama Müller auch gut...
Einfach mal rumhängen tut Mama Müller auch gut...
Geflochtene Palmenblätter werden oft als Dekoration bei Feiern verwendet.
Geflochtene Palmenblätter werden oft als Dekoration bei Feiern verwendet.
Ein Abschied in Rotoava, doch wir sehen uns bald wieder!
Ein Abschied in Rotoava, doch wir sehen uns bald wieder!

Wir verabschieden Peter und Christine in Rotoava, im Norden Fakaravas. Doch der Abschied soll nur von kurzer Dauer sein, denn schon am nächsten Tag setzen wir Segel Richtung Mo’orea. Dort werden wir die beiden wieder treffen, eine andere Insel kennenlernen und ein wenig Land-Zeit geniessen.

Irgendwie drückt der Schuh...

Wir führen ein Leben im ewigen Sommer, dürfen die schönsten Orte dieser Welt bereisen, selbstbestimmt und frei. Eigentlich sollte ich wunschlos glücklich sein, doch irgendwie bin ich das nicht. Unglücklich bin ich zwar auch nicht, aber in den letzten Monaten sind meine Emotionen so «flach» geworden. Ich bin oft antriebslos, ziehe mich zurück, kann mich nur schwer für etwas richtig begeistern. Kleinste Hürden bringen mich oft nervlich an meine Grenzen und ich werde wütend, anstatt sachlich nach Lösungen zu suchen, wie früher. Was ist mit mir passiert? Habe ich vielleicht keine Lust mehr, auf dem Boot zu leben? Ich ertappe mich dabei, wie ich müde bin. Wie ich mich nach einer schönen Wohnung sehne, die trocken ist und die sich nicht bewegt, auch wenn es draussen stürmt. Nach Kaffeetrinken mit Freundinnen, nach einer warmen Dusche und danach, dass ich in meinem Einkaufsladen genau weiss, wo ich was finde. Doch ist das nicht alles materialistischer, oberflächlicher Unsinn? Ich weiss es nicht.

Zum Glück gibt es sie doch noch, die Tage, an denen ich spüre, ich bin am richtigen Ort. Ich will dieses Leben weiter führen, unsere Welt weiter entdecken. Es wäre aber schon hilfreich, wenn die schlechteren Tage weniger würden… Ich weiss, diese Zeilen sind sehr persönlich, doch ich finde es wichtig, dass solche Themen in der Gesellschaft Platz bekommen. Denn welche Frau kennt es nicht, das Gefühl neben sich zu stehen, in Tränen auszubrechen und sich gleichzeitig zu fragen, was eigentlich los ist. Passiert das einmal im Monat für ein paar Tage, kann ich damit umgehen. Wenn es aber über Wochen anhält, Monat für Monat, wird es schwierig. Denn Thierry und ich leben auf kleinem Raum, unsere Freunde weit weg, und unser Lebensstil oft herausfordernd. Immer mehr Dinge fallen mir ein, die ich an mir in den letzten Monaten beobachtet habe, die ich früher nicht kannte. Und plötzlich wird mir etwas klar: meine Hormone sind aus dem Gleichgewicht.

Ich entscheide mich also, meine hormonelle Verhütung abzusetzen. Dabei geht es nicht im Geringsten um Familienplanung. Mein Körper schreit danach, sich selbst zu sein. In Tahiti werde ich eine Gynäkologin aufsuchen und dann beginnt ein ganz neues Abenteuer. Ich schreibe diese Zeilen ein halbes Jahr nach diesem Geschehen, jetzt versteht ihr vielleicht auch warum. Ich hatte schlichtweg keine Lust, etwas zu schreiben. Literarisch gesehen ist dieser Offset aber sehr wertvoll, denn ich weiss ja bereits, wie es ausgeht. Eines kann ich euch sagen, it’s a wild ride 😉

 

Was für Schätze Mo’orea für uns bereit hält, wie drei Wochen Regen meine Stimmung sehr gut beschreiben und wie unser Abenteuer weitergeht?

Ich werd's dir erzählen!

 
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